TAMALA Clownakademie – Ausbildung für Clown und Comedy

Der Clown

Seit  2009 ist der Diplom-Schauspieler für Clown und Comedy ein in Europa anerkannter Beruf. Laut Berufskatalog der Agentur für Arbeit ist dieser Beruf ein Beruf mit Zukunft und guten Verdienstmöglichkeiten in den nächsten Jahren.

Clowns sind Schauspieler und Artisten, die durch ihre Mimik und Tollpatschigkeit, artistischen und körperlichen Einlagen sowie ausgeklügelten Spielszenen das Publikum zum Lachen bringen. Clowns und Schauspieler für Comedy arbeiten hauptsächlich im künstlerischen Bereich, im Theater, im Zirkus oder auf Kleinkunstbühnen.

Auch Film und Fernsehen suchen immer öfter Schauspieler mit „komischen“ Fähigkeiten. Vom Kindergeburtstag über das Managementtraining und Firmenevents bis in die verschiedenen Gesundheitsbereiche sind Clowns täglich in Deutschland und auf der ganzen Welt anzutreffen.

Seit die Wissenschaft die Bedeutung des Lachens für die Heilung erkannt hat, finden sich immer mehr Clowns in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und in der Arbeit mit behinderten Menschen. Die Entwicklung des therapeutischen Clowns –  in der Sprachheilung oder in anderen therapeutischen Einsatzmöglichkeiten (Antistressprogramme, Depression, Scham/Angst) – steht in Deutschland noch in den Anfängen.

Kurz: Clowns sind aus dem heutigen gesellschaftlichen Leben – von der Straßenkunst bis zum Managementtraining (Humortraining) – nicht mehr wegzudenken.


Clown-Sein

Clown-Sein bedeutet zunächst, sich dem Unerwarteten, dem Überraschenden, dem Unsinn und der Unlogik zu stellen. Der Clown zieht seine Kraft aus unserer versteckten Freude am Scheitern. Die Weisheit ist begründet im Nicht-Perfekten. Der Clown sucht und liebt das Chaos in einer Welt der Ordnung.

Der Clown ist die Figur einer „direkten Emotionalität“ (Stan Laurell). Er ist der Spieler unserer Gefühle. Durch seine Arglosigkeit bringt er das Eigentliche – den Kern des Menschen – zum Vorschein.

Lachen befreit! In die Rolle des Clowns zu schlüpfen, bedeutet, ungeahnte Freiheiten zu genießen. So  entsteht Wachheit für den Augenblick, Spontaneität und Kreativität. In jedem von uns ist ein Clown versteckt, der nur aus seinem "Dornröschenschlaf" geweckt werden muss.

Durch ein speziell entwickeltes Trainingsprogramm für Stimme, Sprache und Körper werden die verborgenen Urkräfte des Clownesken in jedem geweckt. Die Höhen und Tiefen, das Vermögen und Unvermögen, die "Weisheit des Stolperns" eines jeden Teilnehmenden werden behutsam und kreativ für die Gestaltung einer Rolle als Clown genutzt.

Clown und Narr sind kulturhistorische Figuren, die als Mittler zwischen Chaos und Ordnung stehen. Mit den Augen eines  Narren gesehen, verwandeln sich die alltäglichen Wahrnehmung- und Handlungsmuster. 

Clown oder Narr kennen keine Moral, keine aufgeblasene Autorität, keine Ideale. Es ist die Weisheit der Narren, welche die Ordnung aus den Angeln hebt. Ungebremst und hemmungslos spielt er mit den Regeln und Rollen. Die Neugier auf das Leben, die Lust am Experiment und am Scheitern sind seine inneren Antriebskräfte.

Er fürchtet sich nicht vor dem Versagen, dem Scheitern. Im Gegenteil zieht er daraus ein großes Maß an Befreiung. Er ist der geheiligte Rebell, der seine Zweifel und Fragen überall hinträgt - „ein Grenzgänger am Abgrund der menschlichen Seele“.

Der Clown als Widersacher, als Stimme des frechen Kindes gegenüber dem durchrationalisierten, perfekten Leben der heutigen Zeit, rückt immer mehr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Ihr seid das Licht der Welt

Ihr seid die Augen der Blinden

Ihr seid die Ohren der Tauben

Ihr seid die Stimme der Stummen

Tanzt Ihr Narren, twist and shout

lasst die Fahnen fliegen, hoch und laut ...

(Simone Vinkenoog, Eröffnungslied des letzten Festival of Fools in Amsterdam 1988)