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Humor als Führungskompetenz

In Deutschland leiden fast 40 Prozent der Führungskräfte in Wirtschaft und Politik an den Phänomenen Depression, Burnout und Krebs. Die Dunkelziffern sollen noch höher liegen, so die Studie der Freien Universität Berlin. Wissenschaftler der amerikanischen Stanford Universität haben festgestellt, dass Menschen, die täglich viel lachen und eine humorvolle Einstellung im Alltag pflegen, nicht an diesen Krankheiten leiden.

Es ist eine erwiese Tatsache, dass Kinder noch 400 Mal am Tag lachen, ein Erwachsener reduziert sein Lachen auf 15 bis 20 Mal am Tag. Am wenigsten lachen wir am Arbeitsplatz: Hier reduziert sich der Wert auf 5 Mal am Tag und in manchen Positionen und Abteilungen auf Werte, die weit darunter liegen. Diese werden von den Wissenschaftlern als gesundheitsgefährdend eingestuft.

Lachen und Freude ist eine urmenschliche Eigenschaft und nur dem Menschen möglich, um bestimmte körperliche und psychische Prozesse in Gang zu halten. Zehnminütiges herzhaftes Lachen hat deshalb die gleiche Wirkung wie ein einstündiger Jogginglauf. In vielen europäischen Ländern – wie England, Frankreich, Italien und den Niederlanden – werden Humortrainings und Lachübungen inzwischen auf Krankenschein verordnet, um bei Top-Managern und Politikern dem drohenden psychischen und physischen Kollaps vorzubeugen.

Lachen, Freude und Glück sind Begriffe, die ein positives und zufriedenes Weltbild vermitteln. Menschen, die sich mit einer humorvollen Aura umgeben, werden von anderen immer als positiv eingestellt wahrgenommen. Es ist daher wichtig herauszufinden, was eine humorvolle, dem Leben mit Freude zugewandte Haltung, in einer Welt von Zahlen und strukturierten Abläufen zu suchen hat.

Der boomende Markt von Humortrainings und Personal-Coaching in Unternehmen und Verwaltung, insbesondere für führende Mitarbeiter spricht eine deutliche Sprache: hin zu mehr Menschlichkeit, zum Fördern und Beachten der Mitarbeiterpotentiale. Wollen wir nicht noch mehr Spitzenkräfte ins Ausland verlieren, brauchen wir ein neues Konzept von Führung, wie es in den USA und den nordeuropäischen Ländern – wie Schweden, Niederlande und Finnland – längst entwickelt worden ist.

„Führung ist eine dienende Beziehung zu anderen Menschen, die ihr Wachstum inspiriert und die Welt zu einem besseren Ort macht„, so Lance Secretan vom weltweit führenden Beratungsinstitut The Secretan Center Inc. Oder noch konsequenter Jeff Broz, der Gründer des Buchonlinedienstes Amazon: „Unsere Arbeitswelt muss unserer Seele Raum geben. Das Wohlergehen und der Erfolg unseres Unternehmens hängen von der Qualität des Umfeldes ab, in dem wir arbeiten.„

Wenn es Managern gelingt, sich selbst und ihren Mitarbeitern humorvoll zu begegnen, schaffen sie die Möglichkeit, Freude in die Arbeitswelt zurückzuholen. Es wird ein Raum kreiert, in dem sich alle – Führungskräfte und Mitarbeiter – wieder mit Leidenschaft ihren Tätigkeiten zuwenden können, denn Humor und Lachen verbinden uns: mit uns selbst und mit den anderen. Humorvolle Einstellungen machen es möglich, die Spannungen abzubauen, nicht nur auf die Erfolgsbilanzen zu schielen und Raum für kreative und unkonventionelle Lösungen abseits der eingetretenen Pfade anzubieten. Missgeschicke werden toleriert, sogar als Chance begriffen, um zu neuen Ideen oder Ansätzen zu gelangen. Dr. Michael Titze, führender Humor-Therapeut, sagt:

„Wer Humor hat, der ist in seinem Denken und Handeln flexibler. Humorvolle Menschen sind in ihrer Wahrnehmung nicht so eingeengt, wie der rein rationale Typ. Sie paaren das Althergebrachte (Konventionelle, Normative, Vorgeschriebene) mit dem Neuartigen (Ungewöhnlichen, Verblüffenden).„

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Info:
Humor als Führungskompetenz ist Beitrag Nr. 9
Autor:
Tamala am 11. April 2009 um 13:30
Category:
Humor
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