Heyoka-Humor-Strategie oder von den Clowns lernen
Ist Humor erlernbar? Diese Frage wird angesichts der Bedeutung von Humor und Lachen immer wichtiger. Inzwischen sind viele Theoretiker und Praktiker der Humorbewegung und Humortherapie der Ansicht, dass die Regeln der Komik und das Körperwissen der Clowns die besten Möglichkeiten bieten, den eigenen Humorstil zu entwickeln.
Die Auseinandersetzung mit der jahrtausende alten Figur des Clowns ermöglicht zunächst ein Eintauchen in die kindlichen Ressourcen, wie es der Psychotherapeut Dr. Michael Titze nennt. In zahlreichen Trainings wird die Figur des Clowns weltweit genutzt, um Menschen von Depressionen zu befreien, wie auch einseitig orientierten Führungskräften, die nur dem Logos zugeneigt sind, wieder mehr Kreativität und Spontaneität zu ermöglichen.
Der Clown ermöglicht ein freudiges Herangehen und fördert den viel gerühmten Perspektivwechsel: Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und danach zu handeln. Zu einer modernen Firmenkultur, die ständig an neuen Entwicklungen und Verbesserungen arbeitet, gehört die Fähigkeit des Wahrnehmungswechsels zum wichtigen Know-how.
In den USA sind zu diesem Zweck sogenannte Veränderungsmanager angestellt, die immer wieder anregen, neue Prozesse bei der Produktentwicklung oder innerhalb der innerbetrieblichen Abläufe anzustoßen. In der Regel haben sie Trainings in humorvoller Strategie durchlaufen.
Die Regeln der Clowns, beispielsweise Übertreibung, Unerwartetes tun (die Erwartungshaltung nicht erfüllen) oder Veränderungen von Alltagssituationen, sind Stilmittel, die in abgeschwächter Form im beruflichen Alltag dazu eingesetzt werden können.