„ Kein Mensch beginnt zu sein, bevor er seine Vision empfangen hat“
Black Elk (Häuptling, Medizinmann, Heyoka und Seher der Sioux)
Es ist schon lange bekannt, daß „wir Weißen“ viel von der indianischen Kultur lernen können. Die tiefe Weisheit indianischen Wissens hat schon viele auf den Weg des Herzens begleitet.
Etwas unbekannter ist, daß wir auch in punkto Humor einiges erkennen können, wenn wir uns mit der Tradition des indianischen Volkes beschäftigen.
Aber auch die Welt der Wissenschaft hat uns einiges zu sagen: über das Lachen und seine Wirkung im körperlichen und psychosozialen Bereich. Was nun verbindet indianische Rituale und moderne Wissenschaft und warum entstehen aus den Regeln der Clowns clowneske Strategien für den Alltag?
Heyokas, die Clowns der Indianer
Während unsere christliche Kultur Humor und Lachen konsequent aus unserem Leben verbannt hat, haben andere Kulturen und Religionen, so z.B. die Indianer Nordamerikas diese explizit in ihre spirituelle Praxis und das gesellschaftliche Leben integriert.
Lachen, Humor und Freude gehörte und gehört wieder zum nicht-zeremoniellen und zeremoniellen Leben der Plainsindianer (Sammelbegriff für die Stämme der großen Ebenen). Die indianische Kultur hat Humor und Lachen so gepflegt, dass sich ganze Gruppen oder Einzelne ihrer Berufung als Clowns, Contraries oder Heyokas angenommen haben.
Heyoka ist ein indianischer Kult und bezeichnet gleichzeitig einen Auserwählten, der vom Donnerwesen – der höchsten Gottheit der indianischen Mythologie – in einer Vision zum clownesken Verhalten aufgefordert worden ist.
Entgegen des vorherrschenden Klischees über die Indianer Nordamerikas, das kräftig durch die Filmindustrie gestärkt wurde, waren und sind die Indianer sehr humorvoll und genießen es Witze zu machen und im Alltag Scherze zu treiben. Humor und Lachen gehörte zum Alltag, findet sich in Liedern und Erzählungen.
Viermal im Jahr wurde die Heyoka-Zeremonie abgehalten, um die Kraft von Wakan, dem Clown der indianischen Mythologie, in sich aufzunehmen.
jan z. volens
ich lebe seit 60 jahren in usa und lateinamerika: was sie schreiben ueber den sinn der indianer fuer humor ist 100% richtig! das habe ich im taeglichen alltagleben entdeckt – und dann endeckte ich dass die anthropologen das schon lange wissen. als 2005 das american museum of indians in washington eroeffnete wure, sagte dr. west der direktor – ein southern cheyenne -: “ach werden wir uns mit dem indianischen humor befassen!” der indianer humor zeigt sich besonders im wesen der mexikaner welche etnweder indianer oder mestizen sind – zu 90%. der humor der indianer is “PHILOSOPHICAL” im gegensatz zum usa humor welcher sarkastisch ist (new york “show biz”). in der erotik ist der indianer humor “augenzwingernd”. die spanier bemerkten schon den humor der mayas in yucatan in den ersten jahre nach der “conquista” am anfang des 16. jahrhunderts: die mayas boten humoristische darstellungen in welchen sie sich ueber dis spanier lustig machten.
#1 Kommentar vom 12. Juli 2009 um 07:08
jan z. volens
die LENAPE indianer haben eine website mit ihren humor siehe “Delaware Humor” (der name unter welchen sie bekannt sind – aber sich selbst nennen sie sich LENAPE). wichtig: “reality check” – in den Amerikas sind die Indianer – ob in Stamm-Reservation – oder assimiliert in der Landes-bevoelkerung – teilsweise wirschaftlich gut bemittelt, auch mit universitaetsbildung. Die Staemme in Nord & Lateinamerika habe oft rechtsanwaelte welche die wirtschaftlichen und politischen ziele des stammes vor den regierungen und gerichten vertreten z.b. in USA mit Stammes-Spielkasinos, oder in Brasilien mit Privatunternehmen des Mineralienbergbaus oder Holznutzung. Also viele Indianstaemme und Indianer wissen sehr “up-to-date” wie modernes Wirtschaftleben funktioniert. Der verstorbene Haeptling der Lenape (heute in Oklahoma ) war inhaber eine oelrohrfirma mit ueber 450 angestellten. Also man soll nicht zu naiv und romantisch ueber die Indianer denken: Vor und nach der “Entdeckung” was das Wirklichkeitsproblem wie heute auch in Europa -du musst was ernten, oder handeln, oder herstellen, oder jagen -besonders die Frauen mussten von frueh bis spaet schwer arbeiten.
#2 Kommentar vom 19. Juli 2009 um 08:23
jan z. volens
Der in #1 oben erwaehnte Sinn der Indianer fuer Humor und auch Erotik wird von einen indianischen Genie gezeigt: ARMANDO MANZANERO ist einer der groessten romantischen Komponisten unserer Zeit, und der Groesste lebende romantische Komponist des 400 Millionen spanisch-sprachigen Weltalls. Er hat mehrere hunderte von Kompositionen welche auch schon von Placido Domingo, Sinatra, Presley und vielen gesungen wurden. MANZANERO ist MAYA Indianer von Yucatan/Mexiko.Seine Kompositionen sind die traeumerichen, sinnlichen Boleros. Mit Placido Domingo und den Philharmonikern singt Manzanero sein “Mia” (Mein/e): Placido kommt zum Ende und singt: “du verbleibst immer mein!” Da ruft Manzanero ihm zu: “Unser! Unser!” Placido blickt verduzt, lacht und singt: “Unsere!”. (search: placido domingo armando manzanero mia ). MANZANERO singt sein: “es regnete, aber Du warst nicht da…!” Aber am Ende singt er :”es regnete..” – wartet, denkt, dreht sich zu den Musikern und ruft: “Fuer den Fall des er sie noch nicht gut kannte!” – und singt dann: “es regnete aber Sie waren nicht da!” (search: armando manzanero esta tarde vi llover) (version 31.Okt.2006). MANZANERO hat auch einmal in seiner Muttersprache gesungen, das Maya: (search: placido domingo armando manzanero adoro). MANZANERO erklaert: “Vor vielen Jahren kam ich hier zum Tempel Chichen Itza mit meiner Grossmutter – and wir sprachen nur in Maya mit einander. Ich moechte jetzt “Adoro” in Maya singen, so wie ich es fuer meine Grossmutter gesangen haette. Die Philharmoniker beginnen, MANZANERO schluckt, das Publikum faengt an zu weinen. Man kann das Maya an den scharfen “tsch” Lauten vom Spanisch unterscheiden…
#3 Kommentar vom 04. August 2009 um 07:05
jan z. volens
Der schon eraehnte Maya Indianer und Komponist Armando Manzanero bestaetigt immer wieder die Neigung unter manchen Indianern fuer den Humor und die Romantik. Es gibt auch noch ein Video im net seiner Komposition “Mia” (Du verbleibst immer mein!) In der langen Version spielt er erst am Klavier, dann steht er auf: “Natuerlich ist sie immer mein – denn sobald ich die Zahlung nicht puenktlich am 15sten ueberweise, dann ruft mich ihr Rechtsanwalt an. Kuerzlich war ihr neuer Mann sehr krank – da habe ich mich aber gesorgt! Ihr Vorheriger hatte zumindest Geld – mit dem habe ich mich verstanden!” Dann wetzt er los mit einer Big Band Jazz Version von ” Mia” (youtube: armando manzanero big band jazz mia ). Die Videos im net des Humoristen Hector Suarez demonstrieren auch den Humor welchen die Mexikaner von ihrer indianischen Abstammung erbten. – In USA – berichtet die Zeitung “Cherokee Phoenix” wird am 4. Nov. 09 ein Gipfeltreffen im Weissen Haus von Praesident Obama und Beauftragten der 564 Indianernationen (USA) stattfinden. 220 Indianernationen betreiben 320 Spielkasinos, fast $ 4 Millarden im Jahr. Die Indianernationen haben nur Beziehungen zur USA Regierung – nicht mit den einzelnen Staatsregierungen. 220 Indianernationen erhalten ihre eigenen Gerichte und ihre eigenen Strafgesetze. Jedoch schwere Straftaten kommen dann moeglicherweise unter “federal authority”. Es gibt eine Sparte “Indian Law” und viele Indianer sind Rechtsanwaelte. (Manchmal muessen Richter und Anwaelte von anderen Indianernationen geborgt werden). Die Polizei in den Reservations ist auch vielfach ein Bestandteil der jeweiligen indianische Nationalregierung. Wenn es sich um Geld dreht dann hoert der Humor auf – wie ueberall auf der Welt!
#4 Kommentar vom 19. Oktober 2009 um 07:22
jan z. volens
“Ritual Humor in Highland Chiapas” von Bricker (Victoria Reifler Bricker) ist ein bekanntes wissenschaftliches Werk ueber den Humor in Ritualform der heutigen Tzotzil-Maya im Hochland von Chiapas. (Herausgeber: University of Texas Press). Ich fragte einmal einen Tzotzil: “Warum hat die Tzotzil-Sprache das gleiche Wort KAXLAN fuer einen weissen Menschen und ein Huhn ?” Er lachte: “Weil wir bemerkten das ein entfiedertes Huhn die selbe Haut hat wie ihr Weissen!” (Das Wort ist einer Abaenderung des spanischen Wortes “Castillanos” – als welche sich die Spanier ausgaben…und die Tzotzil-Maya hoerten das Wort nicht direkt sondern von den Mexia-Dolmetschern (Azteken) welche mit den Spaniern in das Hochland von Chiapas vorgestossen waren.)
#5 Kommentar vom 19. Oktober 2009 um 08:22