
Improvisation und Theatersport
Sommerkurs I (Seminar)
In einer improvisierten Spielform lässt es sich über alles reden, lässt sich alles darstellen, lässt sich jedes Thema lustvoll aufarbeiten. Tabus gibt es nicht. Zum Nachdenken ist keine Zeit. Vorausdenken ist unmöglich, weil man blitzschnell auf die Ideen seiner Mitspieler einsteigen muss, ständig überrascht, und mit immer neuen unerwarteten Situationen konfrontiert wird. Schnelle Entscheidungen sind zu treffen.
IMPRO - oder: Die Lust am Scheitern
Bei IMPRO kann man seine eigenen Grenzen austesten, sich Fehler erlauben; ja man muss sogar Fehler machen, um daraus lernen zu können. Durch sofortige Auswertung, Aufarbeitung und Kritik der improvisierten Szenen wird eine Vertrauenskultur aufgebaut.
IMPRO trägt dazu bei, Konkurrenzängste abzubauen, denn ohne konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitspielern wird keine einzige Szene gelingen, keine einzige Aufgabe gelöst werden. Sich zuhören (das klingt banal, ist es aber nicht!) und die Angebote seiner Mitspieler akzeptieren und weiterführen (man ahnt gar nicht, wie viele verschiedene Möglichkeiten des täglichen Blockierens es gibt!) sind die Basisbegriffe dieser Improvisationsmethode. Status spielen ist ein weiterer, wichtiger Grundbegriff.
Beim Improvisieren ist man ständig auf das positive Mitwirken seiner Mitspieler angewiesen, denn eine Idee entwickelt sich ausschließlich im Zusammenspiel mit anderen, im Team. Im emotionalen Bereich erlebt man neue Erfahrungen mit seinen Mitspielern. Gleichzeitig hinterfragt man eigene Verhaltensmuster. Natürlich erfordert Improvisieren eine gewisse Portion Mut, sich an die brachliegende eigene Phantasie heranzuwagen, und diese kreativ nutzen zu lernen.

