
Methodik der Clownschule – Tiefungsebenen
(Auszug aus dem Artikel: Berufung Clown, Karpawitz/ Berenbrinker)
Der Clown als Querdenker ist ein Persönlichkeitsanteil in jedem von uns und bietet somit ein unerschöpfliches Wachstumspotential. Lebensfreude, Spontaneität und Kreativität sind die Eckpfeiler einer sich entwickelnden Clownpersönlichkeit. Ziel ist es, den Clown in seiner ursprünglichen Aufgabe zu erfahren: als Sinnbild der Freude und als Vermittler der Lebensenergie. Denn nur die Freude, die wir in uns finden, können wir anderen schenken!
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Das Erlernen der Techniken der Clowns und seine innere Kraft gibt uns die Fähigkeit, mit dem „inneren Kind“ und unseren heiteren Seiten in Berührung zu kommen.
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Clown-Sein ist nicht eine Frage von Talent, sondern eine Frage des Mutes, denn die Kraft eines Clowns ist in jedem von uns vorhanden.
Ansätze zum Clown-Ausbildungssystem
Um verständlich zu machen, wie all die verschiedenen Ansätze in ein schlüssiges Ausbildungssystem integriert werden können, bedienen wir uns des Begriffes der Tiefungsebenen (nach Ken Wilber und CoreDynamik). Hiernach vollzieht sich die Ausbildung zum Clown spiralförmig in fünf Schritten, die mit jedem neuen Themenabschnitt weiter vertieft werden:
Verstehen: Verstehen bedeutet das gesamte Handwerkszeug einer Clownsrolle, die Gesetze der Komik, szenische Gestaltung und das Wissen um den clownesken Umgang mit Requisiten.
Gefühle: Der Clown ist durch seine nonverbale Körpersprache und seine tonale Sprache (Gefühle werden direkt ohne Filter ausgedrückt) prädestiniert, ein authentisches Spiel zu entwickeln. Gefühle werden im Training erarbeitet (u. a. Strasberg-Methode), um sie frei in das Spiel zu integrieren.
Biografie: Arbeit an dem biographischem Hintergrund des Spielers, um persönliche Grenzen, die den Ausdruck behindern, zu erkennen und zu erweitern. Integration einer Persönlichkeitsarbeit (aus Therapie und Coaching), um eine authentische Spielweise zu erreichen.
Körper als Gefäß: Auf dieser Stufe arbeiten wir nicht mit gymnastischen und akrobatischen Übungen, sondern wir lösen die tieferen körperlichen Blockaden, um sich als Spieler dem Archetyp des Trickster zu öffnen.
Intuition: Die ersten vier Tiefungsebenen dienen dazu, sich schrittweise einer komplexen Wahrnehmung und dem Raum der Intuition zu öffnen. Dies ist vor allem nötig für die Clowneinsätze im medizinischen und therapeutischen Einrichtungen.
In diesem Zusammenhang ist es selbstverständlich, von der „heilenden Kraft der Clowns“ zu sprechen. „Ein guter Clown wirkt wie ein Aspirin. Nur doppelt so schnell“ (Groucho Marx). Die Bedeutung des Clowns, des Narren und des Trickster wird immer mehr erkannt, und doch stehen wir am Anfang einer Entwicklung.
Es ist dieses Nicht-Perfekte, die Lust am Scheitern und die Lebensfreude, was unsere Gesellschaft braucht. Und wer weiß: vielleicht wird der Clown eines Tages eine ähnliche Anerkennung erhalten, wie die „Archetypen“ Arzt, Priester und Therapeut. Wer weiß?
Literatur
- Udo Berenbrinker/Jenny Karpawitz: Berufung Clown (Troittoir 3/2005)
- Udo Berenbrinker/Jenny Karpawitz : Produktionsfaktor Spiritualität – Die Tiefendimension des Management (Connection 4/2001)
- Ken Wilber: Eros, Kosmos, Logos (Spirit-Verlag)Ken Wilber: Das Spektrum des Bewusstsein (roro Taschenbuch)
- Ken Wilber: Wege zum selbst (Goldmann Taschenbuch)Dr.Bernhard Mack: Coredynamik (Junfermann Verlag)
- Dr. Bernhard Mack: Kontakt, Intuition & Kreativität (Junfermann Verlag)
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