Mit den Augen eines Narren

In Anlehnung an den indianischen Heyoka-Clown, der als Gegenteiler in der indianischen Kultur den zweithöchsten Rang neben dem Häuptling innehatte, ist am Tamala Zentrum – dem internationalem Zentrum für Clown, Humor und Kommunikation in Konstanz die Heyoka-Humor-Strategie entwickelt worden.

Bei dieser Arbeit geht es darum, die eigenen Humorressourcen zu befreien und ein Humor-Bewusstsein zu entwickeln. Spielfreude und kreative Aktionen werden wiederentdeckt und mit den Regeln der Clowns ein humorvoller (Körper-) Ausdruck erlernt. Die komischen Momente des Alltages werden gewürdigt und als Gelegenheit menschlichen Ausdruckes geschätzt. Alltagssituationen können – mit den Augen eines Narren gesehen – als Geschenk des Augenblicks genutzt werden. Manch ein Wahrnehmungswechsel lässt kreative Lösungen entstehen. „Die Welt anders wahrnehmen“ ist deshalb eine wichtige Übung im Heyoka-Humor-Training. So kann ich sagen: „Ich habe wenig Zeit!„ oder „Ich habe viel Zeit, die ich nicht nutze!„ Heyoka-Bewusstsein verhilft zu einer humorvollen Haltung, die durch Unerwartetes verblüfft und zum Lachen verhilft.

Dabei ist es nicht angesagt, im beruflichen Alltag den Clown zu spielen, jederzeit Witze zu erzählen oder lächelnd im Büro zu sitzen. Es geht darum, als Führungskraft Humorstrategien zu kennen, um neue Wege in der Kommunikation zu entwickeln.

Die Heyoka-Humor-Strategie bietet eine innere Landkarte, die in einzelnen Etappen den Weg zur humorvollen Intervention beschreibt und erlernbar ist. Die Zeit ist reif zu begreifen, dass Humor ein Teil der Unternehmenskultur ist und zur Ausstrahlung einer charismatischen Persönlichkeit gehört.

Auch wenn wir im europäischen Raum noch nicht so weit sind, den Forderungen von Fritz Maywald (Autor, systemischer Coach und Trainer) nach Einstellung eines „Narren als Berater und Veränderungsmanager„ zu folgen, ist dennoch ein Satz von Charlie Chaplin zu bedenken:

„Er (Humor) regt unseren Sinn für Proportionen an und lehrt uns, dass in der Überbetonung des Ernstes das Absurde lauert.“

Quelle: www.business-wissen.de