Glück, Freude, Flow – Wege zu einer neuen Unternehmenskultur?

Was hindert uns daran, glücklich zu sein? In jedem von uns ist das Potential der Freude vorhanden. Glücklichsein ist eine zentrale Lebensqualität und hat auf magische Weise etwas mit „Fließen“ zu tun. Arbeit kann z.Bsp. so eine Glücksquelle sein.

Wenn wir in einem humorvollen und menschlichen Umfeld arbeiten, der Aufgabe gewachsen sind, und wissen, was wir tun müssen, um unsere Ziele zu erreichen, befinden wir uns im Flow. Mihaly Csiksentmihaly, Soziologe, Psychologie und Professor für Wirtschaft an der Universität in Claremont (Kalifornien USA) ist der führend Glücksforscher der Welt. In zahlreichen Untersuchungen ist er dem Glücksgefühl nachgegangen. Grundvorrausetzung um, in den Zustand des Glückes zu kommen, ist die Tätigkeitsfreude flow.

Theatersport und Improtheater

Flow ist ein Zustand, wo wir uns mit einer schwierigen Aufgabe beschäftigen und diese bewältigen können. Dabei vergessen wir in der Regel die Zeit. Für viele aber eine überaschende Erkenntnis der Glücksforscher ist: die meisten Flow-Erlebnisse haben wir am Arbeitsplatz. Arbeit scheint eine Glücksquelle zu sein, die die meisten Menschen unterschätzen. Viele Sportler erleben auch diesen Zustand des Flow.

Unternehmen die erreichen wollen, daß ihre Mitarbeiter nicht in einer inneren Distanz oder Verweigerung bleiben, versuchen die Mitarbeiter zu motivieren, Herausforderungen anzunehmen, die sie aber auch bewältigen können. Die Glücksforscher der Universität in Mailand, das führende Institut in Europa, sehen die wichtigste Aufgabe von Führungskräften und Unternehmen, eine positive und menschliche Atmosphäre zu schaffen, wo alle Mitarbeiter Freude an Herausforderungen haben und „Fehler“ als Chance zur Entwicklung von Produkten und Ideen haben.

Ob Chef oder Sachbearbeiterin – alle Menschen erleben ein tiefes Gefühl der Befriedigung, wenn sie in ihrer Tätigkeit ganz aufgehen, ungeachtet ob es um eine geistige und manuelle Arbeit handelt. Und diese Befriedigung ist wiederholbar. Es entsteht das Gefühl der Freude, ein tiefes energetische Gefühl, das durch den Austoß von Dopamim im Gehirn, ein Botenstoff der uns das Gefühl für Erfolg, Lernen wollen und weiter Entwickeln ermöglicht.

Freude ist also ein Gefühl, das eintritt, wenn ich etwas befriedigt gelöst oder erreicht habe. Dieses führt zu mehr Energie und verhilft , weitere Schritte zu gehen, mich wieder neu herauszufordern.

Nichtstun bringt kein Flowgefühl

Überraschendes Fazit der Wissenschaftler: In der hochgeschätzten Freizeit fühlen sich die meisten Menschen dazu im Vergleich eher traurig, gelangweilt und unzufrieden. Dass wir dennoch weniger arbeiten und mehr freie Zeit haben wollen, ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Denn wie oft überfrachten wir unsere freie Zeit mit positiven Erwartungen, die nicht erfüllt werden. So manches Wochenende müsste ein Energie-Wunderpaket beinhalten, damit wir alle Wünsche verwirklichen können. Und der innere Schweinehund sollte auf Mäuschengröße geschrumpft sein. Dann wäre der Keller entrümpelt, das Auto gründlich gereinigt und gewaschen, die Wohnung würde blitzen und wir hätten neben unserem Lauftraining auch zielstrebig die Übungs-CD „Italienisch für Anfänger“ durchgearbeitet. Schließlich bleibt es allein bei den guten Absichten, und der Fernsehsonntag auf der Couch hinterläßt eher ein Gefühl der Langeweile. Süßes Nichtstun bringt uns nicht den Glückskick.

Auf Arbeit programmiert?

Gemein, aber wahr: durch die evolutionäre Programmierung des Gehirns bedingt, schwelgen wir in müßigen Momenten eher in unangenehmen Gedanken als in schönen Erinnerungen. Ein Überbleibsel unserer Neandertaler-Vergangenheit, als wir vor Säbelzahntigern und anderen Feinden ständig auf der Hut sein mussten. Wenn wir uns bei einer Aufgabe jedoch sehr konzentrieren, können störende Reize die meisten Zentren des Großhirns nicht erreichen. Wir vergessen nicht nur auf Hunger und Durst, im Zustand der Versenkung zirkulieren auch weniger Stresshormone im Blut. Viele der Interviewten, die mit voller Konzentration arbeiten, sagten: „Ich fühle mich dann, als würden die Dinge von alleine geschehen.“ Auch wer in seiner Freizeit leidenschaftlich einem Hobby nachgeht, kennt dieses Gefühl und schöpft daraus Kraft und Freude.

Natürlich ist die Sinnfrage für das flow-Gefühl in der Arbeit wichtig. Wer nicht an die Sinnhaftigkeit seines Tuns glauben und seine persönlichen Stärken dabei einsetzen kann, findet nur schwer eine positive Einstellung zu seinem Beruf. Auch Mangel an Abwechslung und Unterforderung kann zu Unzufriedenheit bei der Arbeit führen, ebenso Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten. Genau diese Herausforderungen können aber auch bewirken, dass man sich mit dem gegenwärtigen Zustand nicht zufrieden gibt und konstruktive Lösungsvorschläge entwickelt. Wer Verantwortung übernimmt und ein gemeinsames Ziel im Unternehmen mitträgt, schreckt auch in Krisenzeiten nicht vor einer schwierigen Aufgabe zurück. Letztendlich, räumt der Wissenschaftler Csikszentmihalyi ein, ist es eine persönliche Entscheidung, Arbeit nur zum Geldverdienen zu sehen oder sich den Arbeitsplatz als mögliche Glücks-Quelle zu gestalten.

Um flow im Job zu erleben, ist es ratsam, seine Talente bewusst einzusetzen und sich kleine Ziele zu setzen. Denn überschaubare Ziele sind leichter zu erreichen und vertiefen die Freude am Erreichten. Zugleich vermitteln sie der Person, die im flow ist, dass sie Kontrolle über ihre Handlungen hat. Indem sie später ihr Tun reflektiert, verstärkt der erreichte Erfolg ihr positives Selbstkonzept.

Ist Glück erlernbar?

Wir können das Glück einladen und uns darauf vorbereiten, indem wir lernen, Freude und Flow zu erleben. Wir können es nicht „erzwingen“, aber einiges tun, um offen dafür zu sein.

Um diesen Zustand des Glückes am Arbeitsplatz oder in der Freizeit zu erreichen, ist es notwendig die Blockierungen im privaten Leben wie auch als Führungskraft am Arbeitsplatz in meiner Umgebung wie auch in der persönlichen Struktur zu erkennen und  aufzulösen und dabei lernen, sich bewusst dem Energiefluss der Freude zu öffnen und somit dem Zustand des Glücks zu nähern.
E.v.Hirschausen nennt deshalb folgende Vorrausetzungen, um sich dem Zustand des Flow und damit dem Glück zu nähern:

Voraussetzungen für Glück und Erfolg

Zunächst einige Fragen:

  • Wie kann ich mein Leben gestalten, um damit Er-FOLGE zu erzielen?
  • Was ist das Bild meines Wunschlebens, meine Vision, wie will ich wirklich leben?
  • Mache ich das, was ich gern mache, was meinen Stärken entspricht, was ich liebe?
  • Macht meine Arbeit für mich und andere Sinn?
  • Bin ich ehrlich mit mir selbst?
  • Was muss ich verändern, damit grundsätzlich etwas „Richtiges“ passiert?
  • Wie muss ich umdenken, was muss anders werden, damit alles besser wird?

Aus der Beantwortung dieser Fragen ergibt sich eine logische Entwicklung des
Selbstmanagement zum Glück: (frei nach M.Csiksentmihaly)
Selbst-Akzeptanz? Selbst-Bewusstsein? Selbst-Motivation? Selbst-Management? Selbst-Verantwortung? Selbst-Überwindung? Selbst-Kontrolle (auch im Austausch mit anderen)

Diese persönlichen Entwicklungsstufen führen vom Glücks-Gefühl zu einem tiefen Zufriedenheits-Flow und damit zu einem nachhaltigen Erfolg.

Ein Unternehmen, das auch in Krisenzeiten seine Mitarbeiter mitnehmen will, sollte diese Bedingungen in ihr Leitbild und ihre Kultur integrieren. Ebenso ist es ratsam, daß Führungskräfte und alle wichtigen Entscheider in der eigenen Persönlichkeit so trainiert sind, daß sie jederzeit Freude empfinden können, ihre Arbeit als Flow erleben. Das Unternehmen kann dann auf Mitarbeiter zurückgreifen, die sich in diesem Zustand der Befriedigung finden.

Eine neue Unternehmenskultur heisst:

  • den Mitarbeitern und Führungskräften Herausforderungen anbieten
  • eine menschliche und humorvolle Arbeitsathmosphäre schaffen
  • Freude und Flow als Leitprinzip des Erfolges definieren und trainieren
  • Selbstverantwortung einzelnen Team und Mitarbeitern übergeben (= nicht direktiver Führungstil, eher Teamplayer)
  • Fehler und Missgeschicke als Chance zu Entwicklung betrachten

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Udo Berenbrinker und Jenny Karpawitz , die führenden Humortrainer und Clownslehrer in Deutschland haben verschiedene Trainingsmodule und Vorträge zum Thema Glück-Flow und Freude entwickelt.

Grundlos Glücklich – 19.-22.05. in Konstanz
Emotionaler Humor 4.-7.8. in Konstanz
Grundlos Glücklich-Erlebnisvortrag 26.11. in München

Weitere Informationen: http://www.tamala-center/humorkom

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Literatur:

Csikszentmihalyi Mihaly, Flow, Das Geheimnis des Glücks, Klett-Cotta, 2004
Klein Stefan, Die Glücksformel, oder wie die guten Gefühle entstehen, rororo, 2003
Hirschhausen Eckart von, Glück kommt selten allein, Rowohlt, 2009
Jenny Karpawitz/Udo Berenbrinker: Die clowneske Strategien in der Mitarbeiterführung in „Lachen macht stark“ (Hrsg. Prof. Bachmaier –Wallenstein-Verlag 2007)

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Die Glücksformel. Oder Wie die guten Gefühle entstehen
Autor: Stefan Klein
Verlag: Rowohlt Tb.

Stefan Klein präsentiert alle neuen und interessanten Forschungsergebnisse zum Thema Gefühle, Zufriedenheit, Leidenschaft und Lust. Glück entsteht im Kopf. Aber was da genau passiert, dem ist die Hirnforschung erst seit einiger Zeit genauer auf der Spur.
„Gute Gefühle sind kein Schicksal, man kann und muss sich um sie bemühen.“ Klein zeigt wie. Und streut immer wieder praktische Tipps und lebensnahe Beispiele ein. Denn wir Menschen sind im Gegensatz zu den Tieren unseren Gefühlen nicht ausgeliefert, sondern können sie gezielt beeinflussen.

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Flow im Beruf- das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz
Autor: Mihaly Csikszentmihalyi und Ulrike Stopfel
Verlag: Klett-Cotta

Flow im Beruf ist mehr als ein Motivationsbuch…
Wir alle möchten ein sinnerfülltes Leben führen, nicht nur in Freizeit und Familie, sondern auch da, wo wir einen großen Teil unseres Lebens verbringen: am Arbeitsplatz. Doch nichts ist so schwierig, wie den richtigen Weg zu Glück und Zufriedenheit gerade dort zu finden.

Viele Arbeitnehmer denken, sie wären zufriedener, könnten sie weniger arbeiten oder hätten sie nur mehr Ablenkung, etwa Radio hören. Doch was wirklich glücklich macht, ist, die eigene Arbeit richtig gut zu tun.

Die Originalität und Besonderheit dieses Buches liegt in der Verknüpfung des Flow-Erlebens, also der Glückserfahrung in der Form des völligen Eingebundenseins und des Aufgehens in einer Tätigkeit mit den Möglichkeiten und Einschränkungen der modernen Arbeitswelt.

Führende Unternehmer zeigen, wie sie dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen und an der Arbeitsstelle ihr persönliches Potential entfalten können. Doch eins kann der Unternehmer dem Angestellten nicht abnehmen: Flow hat immer etwas mit eigener Anstrengung, mit harter Arbeit zu tun. Entgegen ersten Erwartungen erreichen wir diesen Zustand nahezu euphorischer Stimmung meistens nicht beim Nichtstun oder im Urlaub, sondern wenn wir uns intensiv der Arbeit oder einer schwierigen Aufgabe widmen.

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