Humorkongress Basel 25-26.10.2014

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HumorImpuls von Udo Berenbrinker am Kongress in Basel:
Samstag, 25. Oktober 2014, 11.15 – 12:30
„Humor als Stressbewältigung im beruflichen Alltag“
Spurensuche zum inneren Clown

Was dort im fernen Konstanz am Bodensee geschieht, dies kann sich sehen lassen. Mit dem Tamala-Center ist ein Erfolgsmodell geschaffen. Es ist eng verbunden mit der Person Udo Berenbrinkers, Clowns ihr künstlerisches Vorbild nennen. Nachvollziehbar ist es. Denn Udo Berenbrinker lebt die Clownerie, er verkörpert die Clownerie.

Es ist noch etwas anderes, womit er die Menschen überzeugt, die an den Bodensee kommen, um sich auf das Abenteuer Humor und Clownerie einzulassen. „Macht das, woran ihr glaubt“, ist ein Credo Berenbrinkers. Er hat es nicht anders  gemacht. Mit seiner langjährigen Lebenspartnerin Jenny Karpawitz ist er einen konsequenten Weg gegangen in Richtung Clownerie und Comedy. Natürlich hätten sie Durststrecken erlebt, in denen es ungewiss gewesen sei, was sie am nächsten Tag auf dem Teller haben, erzählt er im Gespräch. Sie hätten eine klare Vorstellung von dem künstlerischen Tun gehabt. Ihnen sei es immer wieder fern gewesen, sich dem Zeitgeist anzunähern.

Dies wird auch deutlich, wenn man sich mit Udo Berenbrinker über seine Sicht der Dinge unterhält. Was ihm der Clown bedeute, frage ich ihn. Jeder müsse ihn gelebt haben, meint Berenbrinker. Der Clown müsse innerlich verankert sei. Als jemand, der die Freude aktiviere, stelle er Normatives in Frage, meint Berenbrinker und unterstreicht, dass der traurige Clown nur wenig Bedeutung für ihn habe.

Wenn er Menschen auf die Spurensuche zum inneren Clown begleite, dann ist für Udo Berenbrinker die Körperarbeit von enormer Wichtigkeit. Der Körper sei der Träger für Humor und Clownerie. Erst wenn der Körper flexibel sei, dann sei auch das Denken flexibel. Es komme bei Veranstaltungen häufig zu Irritationen, wenn er die Menschen zuerst in Bewegung bringen wolle, bevor er sich näher zur Clownerie auslasse. Der Körper mache deutlich, was der einzelne ausdrücke.

Da bleibt aber doch offen, was für Udo Berenbrinker Humor bedeutet ? Für ihn ist Humor in erster Linie ein Denksystem. Es mache deutlich, wie das Ich anders auf die Welt sehen könne. Humor verhindere, in das Drama des Alltags und des Lebens zu versinken.

Wenn Udo Berenbrinker sein Gegenüber gedanklich so sehr in den Bann zieht, so steigert sich die innere Unruhe, eigentlich selber etwas machen zu wollen, nicht so sehr nachdenken zu wollen. Für Udo Berenbrinker ist es keine neue Erfahrung. In seiner Biographie hat er vieles gemacht. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Pädagogik hat er mit den Ensemblemitgliedern des Grotowski-Laboratoriums Cislak und Zynkutis in Wien gearbeitet. Er hat eine Weiterbildung in Clownsarbeit und in der Strasberg-Methode gemacht, bis er sich vor 25 Jahren in die Ausbildung von Schauspielern und Clowns gewagt hat.

Dass er die richtigen Schritte gegangen ist, zeigen auch manche Kooperationen, die er mit dem Tamala-Center auf die Beine stellen kann. Weltberühmte Clowns wie Avner Eisenberg und Peter Shub arbeiten mit Udo Berenbrinker und seiner Lebenspartnerin Jenny Karpawitz zusammen. „Es ist immer wieder ein Gewinn für unsere Arbeit und uns selbst“, so Berenbrinker.

Die tägliche Arbeit ist Berenbrinkers Thema auch bei seinem Impuls während des diesjährigen Humorkongresses. Als Möglichkeit zur Stressbewältigung im betrieblichen Alltag sieht Berenbrinker den Humor. Er sieht beispielsweise keinen Widerspruch zwischen Führung und Humor. Wo pflichtbewusst der Ernst des Alltags gelebt werde, habe der Spaß trotzdem seine Berechtigung. Deshalb vertritt Berenbrinker eine ganz unkonventionelle Haltung: „Humor hilft andere Sichtweisen zu entwickeln. Der Fachbegriff dafür ist „Perspektivwechsel“. Mit Humor führen lernen heißt, unkonventionelles Denken zu integrieren. Probleme und Situationen werden aus einer anderen Perspektive betrachtet, um neue und kreative Lösungen zu finden. Humorvolle Führungskräfte schulen bewusst das „paradoxe Denken“, um nicht in festgefahrenen Bahnen zu bleiben.“

Wer mit Udo Berenbrinker ins Gespräch kommt, der braucht Flexibilität. Mit vorgefertigten Bildern kann man ihm nicht begegnen. Sie werden es beim Humorkongress spüren.

Auszug aus HumorKongressBlatt Nr. 5 vom August 14

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