Berufsbild Diplom-Schauspieler für Clown und Comedy
Seit einem Jahr ist der Beruf „Diplom-Schauspieler für Clown, Comedy und Gesundheit!Clown“ ein in Europa staatlich anerkannter Beruf. Laut Berufskatalog der Agentur für Arbeit ist dieser Beruf ein Beruf mit Zukunft und guten Verdienstmöglichkeiten in den nächsten Jahren.
Ausgehend von diesem Wissen können wir von den Indianern und den Clowns lernen, immer wieder über unsere kleinen Missgeschicke zu lachen. Gleichzeitig können wir andere zum Lachen bringen, damit sie sich selbst spüren und von festgefahrenen Einstellungen und Konzepten loslassen.
Vielen von uns ist bei der Arbeit, im Alltag oder in unseren Familien das „Lachen vergangen“. Dieser Spruch basiert auf einer Wahrheit, die inzwischen die Wissenschaftler der Stanford Universität in den USA nachgewiesen haben. Während Kinder noch 400mal am Tage lachen, lachen wir als Erwachsene am Tag nur noch 15 -20mal und am wenigsten am Arbeitsplatz. Hier reduziert sich das Lachen in der Regel auf 5mal am Tag. In einigen Unternehmen liegen diese Zahlen sogar noch darunter. Von daher stellt sich ganz klar die Frage: Kann ich die humorvolle Seite in mir reaktivieren, kann ich als Führungskraft Freude und damit eine positive Leidenschaft ausdrücken.
Hier bin ich als Higher Ground Leader aufgefordert, mich mir selbst zu stellen und mich zu erforschen. Denn nur was ich als Führungskraft ausstrahle, wird auch weitergetragen. Charisma basiert auf der Kraft, mit sich einverstanden zu sein, im Fluss des Lebens integriert zu sein.
Humor, abgeleitet von dem griechischen Wort humores, bedeutet im Fluss sein, die Lebenssäfte in Bewegung bringen (so der Arzt Hippokrates), Grenzen erweitern. Humor ist ein bewusster Akt, eine gesteuerte Handlung, um Strukturen zu verändern und Potentiale frei zu setzen.
Lachen, Freude, Glück sind Begriffe, die ein positives und zufriedenes Weltbild vermitteln. Menschen, die sich mit einer humorvollen Aura umgeben, werden von anderen immer als positiv eingestellt beschrieben.
„ Kein Mensch beginnt zu sein, bevor er seine Vision empfangen hat“
Black Elk (Häuptling, Medizinmann, Heyoka und Seher der Sioux)
Es ist schon lange bekannt, daß „wir Weißen“ viel von der indianischen Kultur lernen können. Die tiefe Weisheit indianischen Wissens hat schon viele auf den Weg des Herzens begleitet.
Seit über 20 Jahren sind wir als Clown in der Begegnung mit Menschen, sehen Augen aufblitzen, oder ein Schaudern, eine Welle ergreift uns am Ende der Premiere eines Stückes um die Geschichte der blinden Antonetta. Blinde und geistig stark behinderte Kinder können die Geschichte der Clowns auf Anhieb beschreiben oder beherrschen auf einmal alltägliche Handlungen, die sie sonst nicht ausführen können. Überaktive Kinder können plötzlich nach Jahren zum ersten Male still sitzen und staunen. Und immer wieder Lachen und Lachen.
In Anlehnung an den indianischen Heyoka-Clown, der als Gegenteiler in der indianischen Kultur den zweithöchsten Rang neben dem Häuptling innehatte, ist am Tamala Zentrum – dem internationalem Zentrum für Clown, Humor und Kommunikation in Konstanz die Heyoka-Humor-Strategie entwickelt worden.
Bei dieser Arbeit geht es darum, die eigenen Humorressourcen zu befreien und ein Humor-Bewusstsein zu entwickeln. Spielfreude und kreative Aktionen werden wiederentdeckt und mit den Regeln der Clowns ein humorvoller (Körper-) Ausdruck erlernt. Die komischen Momente des Alltages werden gewürdigt und als Gelegenheit menschlichen Ausdruckes geschätzt. Alltagssituationen können – mit den Augen eines Narren gesehen – als Geschenk des Augenblicks genutzt werden. Manch ein Wahrnehmungswechsel lässt kreative Lösungen entstehen. “Die Welt anders wahrnehmen” ist deshalb eine wichtige Übung im Heyoka-Humor-Training. So kann ich sagen: „Ich habe wenig Zeit!„ oder „Ich habe viel Zeit, die ich nicht nutze!„ Heyoka-Bewusstsein verhilft zu einer humorvollen Haltung, die durch Unerwartetes verblüfft und zum Lachen verhilft.
Ist Humor erlernbar? Diese Frage wird angesichts der Bedeutung von Humor und Lachen immer wichtiger. Inzwischen sind viele Theoretiker und Praktiker der Humorbewegung und Humortherapie der Ansicht, dass die Regeln der Komik und das Körperwissen der Clowns die besten Möglichkeiten bieten, den eigenen Humorstil zu entwickeln.
Die Auseinandersetzung mit der jahrtausende alten Figur des Clowns ermöglicht zunächst ein Eintauchen in die kindlichen Ressourcen, wie es der Psychotherapeut Dr. Michael Titze nennt. In zahlreichen Trainings wird die Figur des Clowns weltweit genutzt, um Menschen von Depressionen zu befreien, wie auch einseitig orientierten Führungskräften, die nur dem Logos zugeneigt sind, wieder mehr Kreativität und Spontaneität zu ermöglichen.
Humor bewirkt eine Versöhnung mit widrigen Umständen. Ein humorvoller Kommunikationsstil wirkt entkrampfend. Er gibt meinem Gegenüber die Erlaubnis, in Kontakt mit sich selbst und den eigenen Ressourcen zu bleiben, statt in innerer Hab-Acht-Stellung vor den Machtstrukturen zu resignieren. Humor öffnet das Tor zur Weisheit, da es den nötigen Abstand zum Alltagsgeschehen ermöglicht und damit den Blick für die Meta-Ebene öffnet.