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Achtung: Kann Spuren von Humor enthalten

Clown Aktuell

Freitag, 07. November 2025 | Methodik & Technik

Der Narr und der Tod – humorvoll sterben

So neu ist der Gedanke nicht, das Sterben mit Humor und Lachen zu verbinden. Schon das Mittelalter kannte die Verbindung des Todes mit dem Narren. In den vielen christlichen Totentänzen und auf den Jahrmärkten des Mittelalters wurde der Tod als Narr dargestellt und auch unsere heutige Fasnacht kennt die Verbindung des Narren durch die Ablösung des Aschermittwochs. Beide Figuren – wenn sie als Archetypen gesehen werden – symbolisieren das Wissen um die Vergänglichkeit des Menschen. 

In Mexiko und vielen indigenen Kulturen in Südamerika wird der Tod als ein Freudentag verehrt. Dia de Muertos heißen diese Tage vom 31. Oktober bis 2. November und sie sind das größte Volksfest in Mexiko. In Mexiko wird der Tod nicht als etwas Endgültiges oder Beängstigendes gesehen, sondern als natürlicher Teil des Lebenskreislauf. Deshalb ist der Tag der Toten in Mexiko kein trauriger, besinnlicher oder melancholischer Tag, sondern ein Freudentag, ein fröhliches Fest mit Musik, Tanz, Speis und Trank. Denn laut mexikanischer Tradition kehren in dieser Zeit die Toten am Dia de Muertos aus dem Jenseits zurück, um die Verbliebenen zu besuchen und die Seelen mit den weltlichen Freuden zu verwöhnen. Der Tag der Toten ist eines der größten und bedeutendsten Volksfeste in Mexiko. In dieser Tradition sehen Clown und Narren auch das Sterben.

Der Tod, unser Sterben, berührt viele Gefühle im Einzelnen: Trauer, Angst, Respekt, Befreiung und Unsicherheit. Wie kann diese oft verdrängte Sichtweise dem Einzelnen zu mehr Glück verhelfen? Diese Frage haben sich die beiden Humorforscher und Humortrainer Udo Berenbrinker und Jenny Karpawitz gestellt, als sie vor bald über 20 Jahren durch ein persönliches Erlebnis als Gesundheit!Clown® vor der Frage standen: ist es respektlos, pietätslos, einen Sterbenden als Clown oder mit Humor zu begleiten?

Woher nehmen Clown oder Clownin die Kraft, sich dem Thema Tod zu stellen? Nichts entgeht ihrem Spiel, nichts ist Tabu – nicht die Freude, nicht die Liebe und auch nicht der Tod. Die Arbeit mit Clown/Clownin oder Narr lehrt uns, den Tod als Teil des Lebens anzunehmen. Ein Ausblick auf die Arbeit als Clown bei sterbenden Kindern oder alten Menschen zeigt uns, wie sensibel der Umgang mit Humor im Prozess des Sterbens sein muss. Dieser Impuls wendet sich an alle, die sich mit dem Thema Tod auf humorvolle Art auseinandersetzen wollen, insbesondere an Klinik-Clowns und Therapeuten (Humortherapie), Sterbebegleiter, Seelsorger, Mitarbeiter in Hospizen und der Palliativmedizin. Während es in den angelsächsischen Ländern, insbesondere den USA und England, schon eine Tradition in dieser Form der Auseinandersetzung mit dem Sterben gibt, ist es für den deutschsprachigen Raum immer noch ein Novum, sich bewusst mit dem Tod, und dann noch auf humorvolle Weise, auseinander zu setzen.

Erst das Bewusstsein, dass uns der Tod vom Augenblick unserer Geburt begleitet und kein Feind, sondern ein weiser, gütiger, aber auch strenger „Gevatter“(Pate) ist, macht erst das Leben reich, besonders und großartig

Eine humorvolle Einstellung ist immer eine angstfreie Einstellung. Um sich der verdrängten großen Angst, dem Sterben zu stellen, ist die Haltung eines Narren von enormer Bedeutung.

Literatur und Links

https://www.planet-mexiko.com/feste-feiertage/tag-der-toten/ - Bilder der Totenfeste in Mexiko

H. Korp: Am Ende ist nicht Schluss mit lustig – Humor angesichts von Sterben und Tod (Gütersloher Verlagshaus)

Jenny Karpawitz: Der Narr und der Tod in C. Müller: HumorCare – Das Heiterkeitsbuch für Pflegende und Gesundheitsberufe (Hogrefe-Verlag)

Prof. Dr. Berend Feddersen: Der alte Mann und der Hase – ein ermutigendes Gespräch über das Leben und Sterben (Irisiana Verlag)

Udo Berenbrinker: Gesundheit!Clown® - die heilende Kraft der Freude in C. Müller: HumorCare – Das Heiterkeitsbuch für Pflegende und Gesundheitsberufe (Hogrefe-Verlag)

für Gesundheit!Clowns, Klinikclown-Vereine, Hospiz-Mitarbeiter, Ärzte und Pfleger Palliativstationen, Seelsorger, Berater in Bestattungsfirmen und alle, die sich damit beschäftigen wollen, mit Freude zu sterben.

 

>> Seminar “Der Narr und der Tod” 

>> Interaktiver Impulsvortrag

>> Inhouse Training für Hospizvereine, Palliativstationen, Bestattungsfirmen

>> Kindertheater Stück zum Thema Sterben - Lisa Suitner (Absolventin Tamala)

Feedback zum Seminar “Der Narr und der Tod”:

Was für eine inspirierende und beflügelnde Woche?! Meine Erwartungen wurden übertroffen. Euer behutsames Heranführen an das Thema Abschied und Tod mit Visionsreisen und Rollenspielen begeisterte mich und es war magisch. Ich bin reich beschenkt, Danke. (Madeleine Gantner, Pflegefachkraft Palliative Care) 2026

Es war sehr vielschichtig und wir wurden sehr feinfühlig durch die Woche begleitet. Die einzelnen Übungen gingen stark in die Tiefe. Es entstand eine wunderschöne Energie und Dynamik in der Gruppe, sehr viel Vertrauen. Ich fühlte mich von den Leitern und der Gruppe stets getragen bzw. gehalten. (Fatima Nast, Fachperson Betreuung) 2026

Eine unglaubliche Reise zu sich selbst, zu seinem tiefsten Inneren, zu seiner eigenen Vergänglichkeit, zu seiner Vergangenheit und Zukunft mit unermesslich wertvollen Erkenntnissen für die Gegenwart. Eine emotionale und körperliche Erfahrung der Kraft und Energie des Lebens. Vielen Dank. (Arno Lampe, Architekt/ Lichtplaner) 2026

Euer großes Wissen, die Konzentration aufs Wesentliche, der Aufbau des gesamten Seminars, der Aufbau des Tages – ich war mit alldem glücklich und zufrieden. Etwas mehr Bewegung wünsch ich mir. (Monika Müller, pensioniert) 2026

Ich bin tief beeindruckt von der Tiefe des Seminares. Welch Wissen und Impulse ich mitnehmen darf. In der Gruppe waren tolle, herzenswarme Menschen. Und nicht zuletzt, großen Dank an Jenny, Udo und Jan für diese großartige Woche, ihr macht das einfach fantastisch. (Andrea, Innenarchitektin) 2026